Lieber Bowling

Heute war unsere spanische Austauschschülerin im Konzentrationslager Sachsenhausen nördlich von Berlin.  Da gehen fast alle Schüler hin, wenn sie von außerhalb kommen, von außerhalb wohlgemerkt. Die Berliner Schüler brauchen das nämlich nicht. Die gehen am Wandertag in den Hochseilgarten, zum Bowling oder zur Drogenberatung. Historische Orte zu besuchen, kommt auf dem Stundenplan so gut wie nie vor. So passiert es, dass mancher Schüler, der Abitur macht, nicht mal das Brandenburger Tor kennt. Einige Berliner Lehrer haben deshalb von den Touristen gelernt. Sie organisieren Stadtrundfahrten für ihre Schüler. Die dürfen dann am Potsdamer Platz und Schloss Charlottenburg aussteigen und Fotos machen. Auch noch Gedenkstätten zu besuchen wäre aber zuviel verlangt. Und so tummeln sich weiterhin vor allem Schwaben und Schweizer im Stasigefängnis oder in der Holocaust-Gedenkstätte. Die Berliner Schüler sollen das bitte sehr in ihrer Freizeit anschauen. Das heißt, nie.

Bowling statt Topographie des Terrors – so wird der intellektuelle Horizont gewiss nicht weiter und zwischen den Berlinern und dem Rest der Welt klafft auch aus diesem Grund eine Bildungslücke. Was sich wiederum in der  Politik niederschlägt, die an Dummheit manchmal nicht zu ….. Aber das ist eine andere Geschichte.

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