Geliebte Abgründe

Gerne darf Blut fließen, bitte auch ein deftiger Unfall, und ja, wir lieben eingesperrte Kommissare. Neuerdings kommen auch noch Feuermachen auf dem Balkon ohne Streichhölzer und Abseilen vom Balkon dazu. Die Deutschen lieben die Vorstellung von der Krise, und nicht nur Krimis, sondern auch Survival-Kurse wachsen wie Pilze aus dem Boden. Der 24 h-Grundkurs Urban Surviving in Berlin bringt etwa bei, wie man

  • möglichen Notfällen/Krisen effektiv begegnet
  • sich verhält bei Rebellion und Straßenkämpfen.
  • sich orientiert  (Karte lesen, zeichnen, Himmelsrichtung)
  • sich und seine Wohnung tarnt (hallo, wie soll ich denn ein MIetshaus einpacken???).
  • ein Not-Lager auswählt
  • Feuer macht und sich in der Wohnung warm hält ohne Heizung

Auch 1. Hilfe nach Schusswunden oder Messerstichen ist Thema oder die Trinkwasseraufbereitung. Das klingt aufregender als es ist, denn das meiste sind Regeln, die man irgendwo schon mal gehört hat, und wer bei den Pfadfindern oder Pionieren war oder Wandern in Nepal, kennt sich sowieso aus. Interessant aber, dass das Thema so einen Zulauf hat. Angst vor reellen Konflikten dürfte mittlerweile durchaus ein Grund sein, an einem Überlebensseminar teilzunehmen. Weshalb auch die Zahl der Anträge auf Waffenscheine in Deutschland rapide steigt. Ob das berechtigt ist? Vielleicht einfach auch nur ein weiterer Baustein im Kampf gegen die Langeweile nach Feierabend. Action statt Tatort oder Tagesschau sozusagen. Die Kursanbieter freut´s.

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