Wieder 13

Seit ich wieder zur Schule gehe, kommen alte Erinnerungen hoch. Sehr alte. Die Klassenzimmer sehen genauso aus wie früher (zu viele Tische auf zu wenig Fläche), und die Lehrerin schnauzt, dass alle mal endlich ruhig sein sollen. Das bin in diesem Fall ich. Der Tafellappen müsste mal dringend gewaschen werden, die Kreide ist alle, Papierflieger segeln durch den Raum, ebenso Papierkügelchen. Die Schüler und Schülerinnen nutzen, wie wir früher, jede Gelegenheit, um auf sich aufmerksam zu machen: „Hallo, ich bin auch noch da!“ Der Schüler – ein Individuum, das in der Gruppe droht in der Bedeutungslosigkeit zu versinken, gäbe es da nicht Papier, dass sich falten oder knüllen ließe, um es dann durch die Gegend zu werfen. Nur das Aufleuchten der Smartphones und die digitalen Tafeln in einigen Klassenzimmern erinnern daran, dass wir das Jahr 2017 schreiben und nicht 1983. Aber so lässt sich im Unterricht auch mal was googeln, und das ist dann doch sehr fortschrittlich, da richtig nützlich. Natürlich lassen sich die digitalen Tafeln von gewieften Schülern hübsch manipulieren, was darauf hinausläuft, dass der Unterricht dann auch mal ohne Tafelbild auskommen muss. Das ist weniger fortschrittlich, aber erinnert mich daran, wie wir früher die analoge Tafel manchmal einölten, damit keiner mehr drauf schreiben konnte. Läuft also auf dasselbe hinaus: Lehrer ärgern.

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